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Sepsisdefinition

Eine moderne Definition der Sepsis wurde 1989 von Bone veröffentlicht. Er schrieb:

Sepsis ist definiert als eine Invasion von Mikroorganismen und/oder ihrer Toxine in den Blutstrom zusammen mit der Reaktion des Organismus auf diese Invasion.

Diese Definition wurde 1991 von einer Konsensus-Konferenz des American College of Chest Physicians und der Society of Critical Care Medicine weitergeführt.

Zunächst wurden dabei einige medizinische Begriffe neu eingeführt bzw. neu definiert:

  • Bakteriämie
    Vorkommen lebensfähiger Bakterien im Blut
  • Systemic Inflammatory Response Syndrome (SIRS)
    Generalisierte hyperinflammatorische Reaktion verschiedener Ursachen
    (z.B. Infektion, Verbrennung, Trauma)
  • Sepsis
    SIRS hervorgerufen durch eine Infektion
  • Schwere Sepsis
    Sepsis mit Organdysfunktionen
  • Septischer Schock
    Sepsis mit Schock

Der Kriterienkatalog für die Diagnose der Sepsis wurde von der Arbeitsgruppe Sepsis der European Society of Intensive Care Medicine wie folgt modifiziert:

Eine schwere Sepsis liegt vor, wenn sämtliche folgenden drei Kriterien erfüllt sind:

I. Nachweis eines infektiösen Ursprungs der Inflammation
(mindestens eines der folgenden Kriterien):

      • mikrobiologisch gesicherte Infektion
      • klinisch gesicherte Infektion
      • vermutete Infektion

II. Nachweis einer systemischen inflammatorischen Wirtsreaktion (SIRS)
(mindestens zwei der folgenden Kriterien):

      • Hypo- (<36°C) oder Hyperthermie (>38°C)
      • Tachykardie (>90/min)
      • Tachypnoe (>20/min) und/oder arterieller pCO2 <4,3kPa (33mmHg) und/oder maschinelle Beatmung
      • Leukozytose >12.000/µl oder Leukopenie <4.000/µl und/oder Linksverschiebung >10% im Diff.-BB

III. Infektionsbezogene Organdysfunktion
(mindestens eines der folgenden Kriterien):

      • Akute Enzephalopathie (reduzierte Vigilanz, Unruhe, Desorientiertheit, Delir ohne Beeinflussung durch Psychotropika)
      • Thrombozytopenie (Thrombozyten <100.000/µl oder Thrombozytenabfall >30% in 24Std. ohne Blutverlust als Ursache)
      • Arterielle Hypoxämie (paO2 <10kPa (75mmHg) unter Raumluft, paO2/FiO2 <33kPa (250mmHg) ohne manifeste pulmonale o. kardiale Erkrankung als Ursache)
      • Arterielle Hypotension (systolischer arterieller Blutdruck <90mmHg oder mittlerer arterieller Blutdruck <70mmHg über mind. 1 Stunde trotz adäquater Volumenzufuhr bei Abwesenheit anderer Schockursachen)
      • Renale Dysfunktion (Urinausscheidung <0,5ml/kg/Std. über zumindestens eine Stunde trotz ausreichender Volumensubstitution und/oder Anstieg des Serum-Kreatinins >2x über den Referenzbereich des jeweiligen Labors
      • Metabolische Azidose (Basendefizit >5,0mEq/l oder eine Plasma-Laktat-Konzentration >1,5x oberhalb des Referenzbereichs des jeweiligen Labors)

Ein septischer Schock liegt vor, wenn sämtliche folgenden drei Kriterien erfüllt sind:

I. Nachweis eines infektiösen Ursprungs der Inflammation (siehe oben)

II. Nachweis einer systemischen inflammatorischen Wirtsreaktion (SIRS)

III. Nachweis einer arteriellen Hypotonie trotz adäquater Volumentherapie:

  • Systolischer Blutdruck <90mmHg oder mittlerer arterieller Blutdruck <70mmHg für mind. 2 Stunden bzw. Einsatz von Vasopressoren (Dopamin >5µg/kgmin bzw. Noradrenalin, Adrenalin, Phenylephrin oder Vasopressin in jeder Dosierung) erforderlich, um den systolischen Blutdruck >90mmHg oder den arteriellen Mitteldruck >70mmHg zu halten

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